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Schallschutz

Definiert ist Schall als mechanische Bewegungsenergie, welche sich durch Druckschwankungen und Molekularbewegungen in elastischen Medien ausbreitet. Nach der Quelle des Schalls, durch welchen ein Bauteil angeregt wird, wird in der Bauakustik zwischen Luftschall und Körperschall unterschieden:

  • Luftschall: Bauteile werden durch Luftschallwellen, angeregt und geben diese in angrenzenden Räumen wieder ab. Quellen für den Luftschall sind z.B. Verkehr, Sprache oder Musik.
  • Körperschall: wird durch Gehen, Klopfen, das Verrücken von Stühlen usw. in Bauteile eingeleitet und in benachbarten Räumen als Luftschall abgestrahlt. Für die Bauakustik relevant ist vor allem der Trittschall.

Verbesserung des Schallschutzes von Wandkonstruktionen

Die Schalldämmung einschaliger Bauteile ist von deren flächenbezogener Masse und sowie Biegesteifigkeit bestimmt. Die Schallkurve eines akustisch einschaligen Bauteiles zeigt einen Anstieg von 6 dB pro Oktave (eine Oktave entspricht die Verdoppelung der Frequenz), hat im Bereich der Koinzidenzgrenzfrequenz einen Einbruch und steigt danach wieder mit 6 dB pro Oktave an. Da eine Verdoppelung der Masse zur Erhöhung der Schalldämmung von 6 dB führt, sind für einen guten Schallschutz (Rw > 50 dB) mit einschaligen Bauteilen flächenbezogene Massen größer 250 kg/m² notwendig. Bei mehrschaligen Bauteilen mit Vorsatzschalen lässt sich bei geringerer Masse eine höhere Schalldämmung erreichen. Bei solchen Masse-Feder-Systemen steigt die Schalldämmung unterhalb der Resonanzfrequenz f0 um 6 dB pro Oktave, oberhalb f0 jedoch um 18 dB pro Oktave. Um eine gute Schalldämmung zu erreichen ist die Resonanzfrequenz also möglichst tief (≤ 100 Hz) abzustimmen. Verringern lässt sich die Resonanzfrequenz durch die Vergrößerung des Schalenabstandes, die Erhöhung der schwingenden Masse sowie durch eine möglichst biegeweiche Anbindung der Vorsatzschale an die tragende Wand. Zur Vermeidung von Hohlraumresonanzen sind Vorsatzschalen mit schallabsorbierenden Dämmstoffen zu füllen.

 

Verbesserung des Schallschutzes von Deckenkonstruktionen

Eine Verbesserung des Schallschutzes von Deckenkonstruktionen kann entweder durch die Erhöhung von Masse oder durch die Verbesserung der Entkopplung erreicht werden. Durch die zusätzliche Masse, als Rohdeckenbeschwerung oder Beschwerung der Unterdecke, wird durch die Reduzierung der Anregbarkeit eine geringere Schallabstrahlung erreicht. Oberhalb ihrer Resonanzfrequenz wird die Übertragung der Bauteilschwingung innerhalb der Konstruktion reduziert. Die Resonanzfrequenz ist dabei möglichst tief (< 80 Hz) abzustimmen. Für die Praxis bedeutet es Folgendes: Ein relativ schwerer Estrich (5–7 cm Zementestrich; Wichtig: der Randdämmstreifen wird erst nach dem Verlegen des Bodenbelages abgeschnitten) auf einer weichen Trittschalldämmplatte (s´ ≤ 10) und darunter zusätzliche Masse in Form einer Splittschüttung. Bei Decken ohne Abhängung ist die Dicke der Schüttung auf ca. 10 cm zu erhöhen und lose Schüttungen sind aufgrund ihrer höheren Dämpfung gebundenen vorzuziehen, wobei der Einsatz loser Schüttungen im Vorfeld mit dem Estrichleger besprochen werden sollte. Deckenverkleidungen wirken schallschutztechnisch am günstigsten, wenn sie entkoppelt (auf Schwingbügeln oder Federschienen) montiert werden. Auch auf eine Hohlraumdämpfung mit Mineralwolle sollte zur Vermeidung von Hohlraumresonanzen nicht verzichtet werden.

 

Schallschutz von CLT-Innenwandaufbauten

Auch wenn innerhalb einer Nutzungseinheit keine normativen Schallschutzanforderungen gelten, ist es zur Wahrung der Privatsphäre und Vermeidung von Schallbelästigung notwendig, sich bei der Planung von Gebäuden Gedanken über den Schallschutz zu machen. Neben einer akustisch günstigen Raumzuordnung im Gebäude, kann es auch sinnvoll sein, einzelne Bauteile zwischen lauten und leisen Bereichen oder zwischen Räumen unterschiedlicher Nutzung, (z.B. zwischen Wohnbereich und Schlafzimmer) in einer höheren schalltechnischen Qualität auszuführen. Um dem Planer eine Hilfestellung bei der Wahl der geeigneten Konstruktion zu geben, wurde bei einer Messserie am Labor für Bauphysik der TU-Graz die Schalldämmung einer 100mm starken CLT-Wand mit verschiedenen Verkleidungen untersucht.

 

Lösungen für einen guten Schallschutz findet man in unserem Dokument „Bauphysikkatalog“ (siehe CLT Technikordner), sowie auf der Internet-Plattform www.dataholz.com wo man eine große Anzahl gängiger Schichtaufbauten mit jeweiliger Angabe des Schalldämmmaßes vorfindet. Schallwerte aus weiteren Labor- und Baustellenmessungen auf Anfrage und im bauphysikalischen Teil unseres Architektenordners.

 

Dokumente:

» Schallschutz für CLT von Stora Enso

» Schallschutz von CLT Innenwandaufbauten